Bilder lügen wie gedruckt
Die virtuelle und reale Welt in Bildern von Detlef Allenberg
Detlef Allenberg begann seine Ausstellungstätigkeit nach dem Kunststudium bereits mit einem beachtlichen Erfolg. Er war vertreten bei der Internationalen Triennale für farbige Grafik in der Schweiz im Jahr 1965, bei der weltweit über 4000 Einsendungen vorlagen und insgesamt nur 167 Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt wurden.
1938 in Königsberg, Ostpreußen, geboren, wurde Detlef Allenberg 1957 nach seinem Abitur in Hamburg zum Studium an der Hochschule für Bildende Künste am Hamburger Lerchenfeld zugelassen, das er mit dem Staatsexamen abschloss. Ebenfalls in Hamburg folgte ein Studium der Germanistik und Literatur-wissenschaften an der Universität.
Durch seine Lehrtätigkeit an Gymnasien konnte er als Künstler weitestgehend unabhängig sein und sich außerhalb etwaiger Kunstströmungen entfalten. Diese Entfaltungsmöglichkeit zeigt sich auch in der Themen-vielfalt und auch in der Konsequenz, mit der diese Themen über die Jahre hinweg verfolgt wurden.
Detlef Allenberg konnte und kann heute nach wie vor seinen eigenen Weg gehen und an Themen fernab des gängigen Mainstream arbeiten. Dennoch sind die künstlerischen Konzepte und inhaltlichen Bezüge zur heutigen Lebenswelt hochaktuell.
Ein wichtiger Teil seiner Arbeiten zeigt Bilder, die sich in ungewöhnlicher Weise mit dem Menschen und seinen Verhaltensweisen, seinen gesellschaftlichen Beziehungen und Ursprüngen befassen. Im Vordergrund steht thematisch häufig das Rollenverhalten des Menschen in unterschiedlichen Situationen: der Mensch privat in der Rolle als Vater oder Mutter, als Kind, als Liebhaber, als Sportler, im Beruf – jeder Mensch spielt verschiedene Rollen im Leben und muss unter-schiedlichen Anforderungen genügen. Allenberg variiert und verfremdet dieses Phänomen mit den Mitteln surrealistischer Kombinatorik an Vogelmenschen und
an Fischen, die u.a. mit menschlichen Merkmalen ausgestattet sind wie Menschenaugen, Nase, Mund und Ohren. Diese Metamorphosen können als Hinweis darauf verstanden werden, dass alles Leben ursprünglich aus dem Wasser kommt, so auch in letzter Konsequenz der Mensch – ein faszinierender Gedanke, der die enorme verändernde Kraft der Evolution verdeutlicht.
Der inhaltlichen Elementarisierung und der neuen Verknüpfung entspricht im Formalen das Prinzip der Collage.
Die selbst hergestellten bzw. gefundenen Elemente aus verschiedenen Materialien mit unter-schiedlicher Geschichte werden zu Modulen. Sie gewinnen beim Einprägen in das Tiefdruckpapier eine neue Identität und Gemeinsamkeit in Form und Tiefe, die dann weiter farbig behandelt wird. Dabei folgen sie einer eigenen Syntax und führen als Symbole quasi zu Wörtern, Sätzen, Texten.